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Breaking News: So verstehen Sie die Philippinen (Teil 1)

Andreas Klippe no responses June 23, 2017

Einige Medien berichten über Ausnahmezustand, Kriegszustand, Kriegsrecht in Mindanao, Rebellion und Gefahren auf den Philippinen. Um das zu verstehen, ist es hilfreich, die Philippinen etwas näher zu kennen. Was passiert da wirklich?

What is Philippines

Welche Bedeutung haben die Städte Manila, Cebu City und Davao? Wo ist es ruhig, wo nicht?

1. Vorgeschichte

Die Philippinen mit 343.448 km²(fn) sind flächenmäßig etwa so groß wie Vietnam (331.690 km²) und die Bundesrepublik Deutschland (357.375 km²). Sie beinhalten 8.107 Inseln.

Neuesten Zählungen zufolge gibt es 7.641 Inseln.

Auf den etwa 800 bewohnten Inseln leben rund 104 Millionen Filipinos.

The Parts of Philippines, Luzon, Visayas and Mindanao

Die Philippinen bestehen aus drei hauptsächlichen Inselgruppen:

  1. Luzon (mit der gleichnamigen Hauptinsel Luzon)
  2. Visayas
  3. Mindanao

Dazu gehören:

  • 1 autonome Region (autonomous region)
  • 81 Provinzen (provinces)
  • 38 unabhängige Städte (independent cities).
  • 1.487 Ortsgemeinden (municipalities)
  • 42.029 Barangays (barangays)

Die “Autonomous Region of Muslim Mindanao (ARMM)” ist die einzige autonome Region der Philippinen.

81 Provinzen sind teilweise zusammengefasst in 18 Regionen, darunter die bereits genannte autonome Region in Mindanao. Dazu gehören die bekannteste Region die National Capital Region (NCR) und auch Central Luzon (Region III).

Die wichtigsten unabhängigen Städte sind Lucena (Quezon), Mandaue (Cebu), Dagupan (Pangasinan) und Naga (Camarines Sur).

Den Barangays steht jeweils ein Barangay-Captain vor. In Deutschland würden wir diese Person Ortsvorsteher nennen. Das ist die kleinste Verwaltungseinheit der Philippinen.

Was verbirgt sich hinter alledem?

2. Inselgruppe Luzon

Die Inselgruppe Luzon liegt im Norden und umfasst die Hauptinseln Luzon, Mindoro, Palawan und weitere.

Die Mega-Metropole Metropolitan Manila oder kurz “Metro Manila” mit ihren 17 Städten und insgesamt etwa 16 bis 18 Millionen Einwohnern liegt im Nordteil. Insgesamt leben etwa mehr als 54 Millionen Einwohner auf Luzon.

Davon ist Quezon City die bevölkerungsreichste Stadt, Manila die zweitbewohnteste Stadt und zugleich Hauptstadt des Landes. Um die Verwirrung komplett zu machen spricht man umgangssprachlich von Manila, meint damit aber den Großraum Metro-Manila.

Metro Manila Philippines

Zu Metro-Manila gehören die folgende Städte:

  1. Manila (Hauptstadt)
  2. Quezon City (bevölkerungsreichste Stadt)
  3. Caloocan
  4. Las Piñas
  5. Makati
  6. Malabon
  7. Mandaluyong
  8. Marikina
  9. Muntinlupa
  10. Navotas
  11. Parañaque
  12. Pasay
  13. Pasig
  14. San Juan
  15. Taguig
  16. Valenzuela
  17. Pateros

Manila ist die Hauptstadt, Makati das Wirtschaftszentrum. In Taguig ist mit der neu erbauten Global-City ein neues, weiteres Wirtschaftszentrum entstanden.

Quezon City ist die bevölkerungsreichste Stadt. Mandaluyong kennen viele vom endlosen Stau auf der EDSA (Epifanio de los Santos Avenue), der meistbefahrenen Hauptstraße. In Paranaque liegt der internationale Flughafen NAIA. Der Stadtteil Alabang in Parañaque ist eine bei Ausländern beliebte Wohngegend mit Einfamilienhäusern .

Nördlich von Manila, etwa 110 Kilometer von Makati entfernt, unmittelbar weiter nördlich hinter San Fernando und Angeles City , liegt die Clark Freeport Zone, kurz Clark genannt, in der auch der Autor wohnt und arbeitet, wenn er nicht gerade unterwegs ist oder in seinem Büro in Makati weilt.

Um zu dieser Wirtschaftszone in der Provinz Pampanga zu gelangen, durchquert man von Manila kommend zunächst die Provinz Bulacan.

Provinces in the North of Metro Manila

Im Norden schließt sich dann die Provinz Tarlac an, im Westen geht es nach Zambales. Dort befindet sich ganz im Süden der Tiefseehafen Subic, der wie Clark eine Freihandelszone ist.

Warum erzähle ich das?

In den genannten Provinzen und Metro-Manila leben arbeiten allein 50 % der Einwohner der Philippinen, also etwa 54 Millionen Menschen (Stand 2017).

Und hier ist es ruhig – zumindest was die Sicherheitslage angeht.

Im Südwesten der Inselgruppe liegt Palawan, das mitunter zu den Visayas gezählt wird. Offiziell ist diese Gebietsreform jedoch nie in Kraft getreten. Palawan mit seinen etwa 1 Million Einwohnern gehört demnach zu Luzon.

Northern part of Luzon Palawan

Palawan ist eine langgestreckte Insel. Und diese Insel ist traumhaft! Wie gemacht für Touristen, die gerne dort hinfahren, insbesondere zum Tauchen.

Ein wahres Spektakel sind die vorbeiziehenden Walhaie. In der Inselhauptstadt Puerto Princessa findet man auch die seinerzeit erste auf den Philippinen gebaute geordnete Mülldeponie des Landes.

Hier ist es auch ruhig.

Soweit man von Ruhe bei all der Betriebsamkeit in diesen Gebieten Asiens überhaupt sprechen kann.

3. Inselgruppe Visayas

Verwaltungshauptstadt der Visayas, der mittleren Inselgruppe, ist Cebu-City. das selbst auf der Insel Cebu liegt. Die größte Stadt der Visayas beherbergt knapp 1 Million Einwohner.

Visayas with the island of Cebu city

Wichtigste Inseln der Visayas sind:

  • Cebu
  • Bohol
  • Boracay
  • Guimaras
  • Leyte
  • Masbate
  • Negros
  • Panay
  • Samar
  • Siquijor
  • Romblon

Im Westen liegt Samar. Im Südwesten liegen die Inseln Negro Oriental und Negros Occidental. Am bekanntesten dürfte jedoch die beliebte Ferieninsel Boracay sein, die zwar klein, aber fein ist.

Und hier ist es auch ruhig.

Der Ferienverkehr geht weiter. Nicht außergewöhnliches ist zu berichten.

4. Inselgruppe Mindanao

Die südlichen Inseln wie auch die Hauptinsel Mindanao gehören zur gleichnamigen Inselgruppe Mindanao. Bekannteste Filipinos aus Mindanao sind der 11-fache Boxweltmeister in acht Gewichtsklassen und jetzige Senator Manny Pacquiao sowie der jetzige Präsident Rodrigo “Rody” Duterte (Du30).

Manny

Duterte, oder “Du30” wie seine Anhänger ihn schreiben, war rund 20 Jahre Bürgermeister von Davao. Die mit knapp 1,7 Millionen Einwohnern größte Stadt der Inselgruppe Mindanao liegt im Süden der gleichnamigen Insel Mindanao direkt am Meer.

Mindanao with Davao

Bürgermeister Duterte hat aus einem Moloch eine blühende Stadt mit so gut wie keiner Kriminalität gemacht. Man beachtet die Verkehrsregeln, Rauchen im öffentlichen Raum ist verboten.

Verkauf, Ausschank und Genuss von Alkoholika in den Nachtstunden sind untersagt, Feuerwerk aus Sicherheitsgründen ebenfalls. Duterte führte zugleich die in Asien erste Notfalltelefonnummer “911” ohne Gebühren ein.

Und jetzt noch eine gute Nachricht für alle Unternehmer und Manager: Firmengründungen sind innerhalb von 3 Tagen möglich.

In Davao wurde die Korruption massiv eingedämmt. Das gelang, indem zunächst der Drogenhandel beseitigt wurde. Der Korruption wurde damit ein wesentlicher Nährboden entzogen. Und mit ihm verschwanden die Drogenabhängigen.

In der ersten Amtsperiode von Bürgermeister Duterte sanken die Kriminalitätsraten beachtlich, insbesondere die Anzahl der Morde. Später steigen die Zahlen wieder an. Fairerweise muss man sagen, dass die Einwohnerzahl um mehr als 30 % anstieg.

Begleitet wurden und werden die Berichte über die Amtszeit von Bürgermeister Duterte von extralegalen Erschießungen und Todesschwadronen, die “aufgeräumt” haben. Aufgeräumt wurde in der Tat. Wer dafür wann und wie verantwortlich ist wird wohl nie klar geklärt werden.

Über die wirklichen Zustände mag sich ein jeder selbst ein Bild machen.

Dieser ehemalige Bürgermeister ist jetzt Präsident der Philippinen, wurde Mitte 2016 durch Erdrutschsieg gewählt und versucht nun, die Philippinen ähnlich seinem Modell “Davao” lebenswerter zu machen und zu entwickeln.

5. Geschichte der Philippinen

1521 entdeckte der Portugiese Ferdinand Magellan im Auftrag der spanischen Krone die Philippinen. Er hatte nicht viel davon.

Die interkulturelle-Kommunikation hatte versagt.

Noch am Strand von Mactan auf Cebu wurde er von König Lapu-Lapu erschlagen. Nur eine Karavelle, die “Victoria”, fand den Weg zurück nach Spanien, voll beladen mit wertvoller Fracht von den Gewürzinseln.

Die Spanier ließen sich jedoch davon nicht abschrecken, kamen wieder und blieben. Die Expedition von Legazpi 1564/1565 begründete die Seeverbindung zwischen Spanien, den Philippinen und Mexiko.

Die Philippinen wurden zum wichtigsten Drehkreuz für die Goldtransporte zwischen Mexiko und Spanien. Ein Überbleibsel ist der Philippinische Peso, den es noch heute gibt.

Der Peso hat seinen Ursprung im “Real de a Ocho”, dem Piece of Eight, auf Spanisch “Peso de Echo”, der als Gegenstück zum deutschen Thaler in Spanien eingeführt wurde.

Manila war im 17. und 18. Jahrhundert der wichtigste Hafen im asiatisch-pazifischen Raum. Seide, Porzellan, Lackkunst, Textilien und natürlich Gold wurden zwischen Peru, Mexiko, Spanisch-Ostindien, China, Japan und Spanien gehandelt.

333 Jahre Besetzung bis 1898 durch die Spanier haben ihre Wirkung hinterlassen. Die Amerikaner haben dann später im 20. Jahrhundert den Einfluss von McDonalds und Starbucks in das Land gebracht.

6. Zwischenbemerkung

Die bisher geschilderten Fakten sind als Einstieg zur Erläuterung der politischen Vorkommnisse in Marawi, im Süden des Landes auf Mindanao, zu verstehen. Die Fortsetzung der Schilderung erfolgt in im nächsten Blog-Artikel “Das geschieht wirklich auf den Philippinen”.

Fazit

Die Philippinen sind ein Land, das stark von den Spaniern und US-Amerikanern geprägt wurde. Es ist neben dem eher kleinen Ost-Timor (1,2 Mio. Einwohner) das einzige christliche Land in Asien.

Die drei Inselgruppen Luzon, Visayas und Mindanao umfassen die 8.107 Inseln, von denen mehr als 800 bewohnt sind.

Mit dem 2016 ins Amt gekommenen Präsidenten Rodrigo Duterte haben die Philippinen erstmals einen obersten Vertreter, der aus dem Süden, aus Mindanao, kommt. Er versucht, die Philippinen nach seinem Vorbild wie er die Stadt Davao seinerzeit als Bürgermeister umgebaut hat, zu gestalten.

Als Basis für die Korruption und Quelle für unversiegende Geldmittel werden zunächst der Konsum, der Handel und die Herstellung von Drogen unterbunden. Dieser Prozess ist voll im Gange. Dabei werden alte Zöpfe abgeschnitten, und es wird mitunter auch hart durchgegriffen.

Die alte Elite, insbesondere sehr reiche Familien und Clans, halten dagegen. Im Südosten des Landes versuchen Extremisten, einen islamischen Stützpunkt zu errichten. Davon aber mehr im nächsten Blog-Artikel “Das geschieht wirklich auf den Philippinen”.

Meine asiatische Frage an Sie:

Fühlen Sie sich derzeit eingeschränkt bei Ihren Aktivitäten auf den Philippinen?


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Andreas Klippe

Andreas Klippe

Dr.-Ing. Andreas Klippe ist Deutscher und wohnhaft auf den Philippinen. Angefangen hat alles mit der DR. KLIPPE asia consult in Deutschland. Dann folgten die Gründung der DR. KLIPPE Philippines Corporations und der Flood Control Asia RS Corporation auf den Philippinen. Andreas Klippe steht beiden Firmen als President und CEO vor. Die Erfahrung, die er bei den Firmengründungen gemacht hat und im täglichen Geschäft erlebt, nennt er “asia4winners”-Strategie. Er teilt diese gerne mit anderen Unternehmern und Managern, damit diese noch erfolgreicher in den Philippinen und in Südost-Asien werden. Andreas Klippe

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